... auch eine Schule hat eine Geschichte ...
Teil 1 (1918 bis 1972)
Aus der Geschichte der Sickter Schule
Nach Beendigung des 1. Weltkrieges 1918 hatte die Sickter Schule ein Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern. Die erste Lehrerstelle hatte Lehrer Hugo Brehmer inne, die zweite der Lehrer Ernst Kückelhahn.
1929 wurde ein drittes Klassenzimmer benötigt, da die Schülerzahl stieg. Eine dritte Lehrerstelle hatte um 1925 der Lehrer Lütje bekommen.
Leider kam eine Aufstockung des Schulgebäudes bzw. ein Neubau nicht zustande, denn die Finanzierung bereitete Schwierigkeiten.
Der "Gemeinschaftliche Schulverband" (die Gemeinden Ober-Sickte und Nieder-Sickte) hatte die Möglichkeit, in der ehemaligen Westphal'schen Gastwirtschaft (heute Schöniger Straße 12) einen geeigneten Raum zu mieten, es war das frühere Schankzimmer, das zum 01. April 1929 für vier Jahre Schüler beherbergte.
Für die Einrichtung des Klassenzimmers und wichtiger Umbauarbeiten standen 2.000,-- Mark zur Verfügung. Nachdem Lehrer Lütje zu einer anderen Schule versetzt worden war, kam Lehrer Richard Bätge als 3. Lehrer 1929 an die Sickter Schule.
Im Sommer 1934 wurde die Aufstockung des alten Schulgebäudes wieder aufgegriffen.
15.11.1934 - Der Baumeister Robert Grußendorf hatte sich erboten, der Schulgemeinde die Kosten für die Aufstockung des Schulgebäudes zu leihen. Nach seiner Schätzung könnte eine Bausumme von 8.000,-- Mark erforderlich sein. Im aufgestockten Bereich sollten ein Klassenzimmer, ein Werkraum und ein Lehrmittelzimmer geschaffen werden. Das Treppenhaus entstand in einem Anbau.
28.12.1934 - Vom Ministerium für Volksbildung wurde wegen Ausscheidens aus Altersgründen des ersten Lehrers Hugo Bremer der Lehrer Ludwig Sebbesse aus Düttenstedt vorgeschlagen. Er trat zum folgenden neuen Schuljahr sein Stelle an.
13.06.1935 - Die Aufstockung der Schule sollte in den Sommerferien erfolgen. Der Bauunternehmer Arno Busch wurde mit der Bauausführung beauftragt. Die Baukommission setzte sich aus folgenden Personen beider Orte zusammen: Lehrer Ludwig Sebbesse, Wilhelm Becker, Albert Schulze, Kurt Peggau, Gerhard Kurland, Hermann Lüer und Wilhelm Gaus.
Bereits im Herbst des gleichen Jahres waren die neuen Räume fertiggestellt worden. Der angemietete Schulraum wurde nicht mehr benötigt. Damit hörte der tägliche Klassenwechsel der ersten vier Schuljahre von der Schöninger Straße 12 zur Schule am Kirchhof auf.
Nach den Sommerferien 1935 hatte der zweite Lehrer Ernst Kückelhahn einen Unfall und schied aus dem Schuldienst aus. Für ihn kam am 10.09.1936 der aus Wittmar kommende Lehrer Rudolf Sartor, der aber 1937 nach Meerdorf versetzt wurde. Der Lehrer Erich Lippelt, aus Nordassel kommend, übernahm seine Stelle.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 01.09.1939 wurden die Lehrer Erich Lippelt und Richard Bätge zum Wehrdienst einberufen. In den ersten sechs Wochen des Krieges fiel der Schulunterricht aus. In der Folgezeit mussten beide Lehrerstellen mit häufig wechselnden Lehrkräften besetzt werden.
Bei dem schweren Bombenangriff auf Braunschweig am 15.10.1944 hatte der Lehrer Wilhelm Behrens sen. dort durch Bombeneinwirkung seine Wohnung verloren und kam am 27.10.1944 nach Sickte. Er nahm hier sofort seine Lehrertätigkeit auf.
Nachdem der erste Lehrer Sebbesse, der auch Ortsgruppenleiter der NSDAP war, im April 1945 ausgeschieden war, wurde bei Schulbeginn nach dem Kriege der Lehrer Wilhelm Behrens Schulleiter der Sickter Schule. Die heimatvertriebenen Lehrer Poser, Paul Werner, Friedrich Feuerstein und Paul Eckert gehörten um 1946 dem Lehrerkollegium an. Dazu kamen noch Frau Gerda Schüßler, Frau Langeheine und Albert Kiegeland.
Das Amt des Schulleiters übernahm 1949/1950 der Hauptlehrer Albert Kiegeland. Als Lehrkräfte waren hinzugekommen: Hildegard Rojek (verh. Szemkus), Waltraud Lehmann-Gothe, Herr Curland.
1950 - Die Schule Sickte benötigte dringend zwei weitere Klassenräume. Aus diesem Grund bildete man einen Bauausschuss. Mit der Aufstellung eines Finanzierungsplanes für den Erweiterungsbau wurde der Schulleiter Albert Kiegeland beauftragt.
Das neue Schulgebäude war 1953 bezugsfertig, mit zwei Klassenzimmern, einer Lehrküche und einer Dusche. Neben diesem Bau entstand der heutige Schulkomplex der Hauptschule mit Orientierungsstufe.
Der Schulleiter Albert Kiegeland bekam 1962 die Rektorenstelle einer Schule in Osnabrück. Im gleichen Jahr wurde das Rektorenamt in Sickte erstmals vergeben. Der aus Erkerode kommende Lehrer Gerhard Lachmund erhielt dieses Amt. In dieser Zeit unterrichteten hier bereits zehn Lehrkräfte.
1962/1963 setzte sich das Kollegium aus folgenden Lehrkräften zusammen: Frau Bloch, Gesine Fey, Dietlinde Fiala, Frau Herrendörfer, Frau Kleemeyer, Paul Eckert, Klaus Gerecke, Gerhard Lachmund, Eberhard Mahlmann, Gerd Rickheit, Herr Stephan, Wilhelm Will.
1967 - Mittelpunktschule Sickte.
Zum Schuljahresbeginn 1973/1974 wurde die Einrichtung einer Orientierungsstufe geschaffen. Der erste Stufenleiter bis zum Schuljahr 1974/1975 war der Lehrer Manfred Telge. Danach folgte der Stufenleiter Wolfgang Trümper.
nach 34jähriger Lehrertätigkeit, davon 18 Jahre als Rektor der Sickter Schule, schied Gerhard Lachmund im Juli 1980, 63jährig, aus dem Schuldienst aus.
Von den anfänglich 10 Lehrkräften 1962 wuchs das Lehrerkollegium 1980 nun auf ca. 40 Lehrkräfte an. Die Schule ist eine der größten des Landkreises mit ca. 850 Schülern.
In der Zwischenzeit führte der seit 1971 hier als erster Konrektor tätige Klaus Gerecke die Amtsgeschäfte eines Rektors weiter.
Am 07.01.1981 wurde Edgar Meiners als neuer Rektor der Schule in sein Amt eingeführt. Klaus Gerecke, er war Mitbewerber um das Rektorenamt, übernahm ab 01.09.1981 als Rektor die Grund- und Hauptschule Wallstraße in Wolfenbüttel.
Erster Konrektor in Sickte wurde Franz Leiste, der seit 1972 hier die Zweite Konrektorenstelle inne hatte. Nach seiner Pensionierung 1984 war die Stelle bis 1986 unbesetzt.
Erst 1986 wurde als Konrektor und Stellvertreter des Rektors der Schule Klaus Ulrich Czok eingesetzt.
Die 1971 neu geschaffene Stelle eines Schulassistenten wurde mit Erich Harms besetzt. Nach seiner Pensionierung 1986 bekleidete diese Stelle Herr Teichmann.
Dem 1972 geschaffenen Sekretariat gehörte zu dieser Zeit Frau Hoffmann an.
Den Schülertransport mit speziellen Schulbussen betreibt seit etwa 30 Jahren das Wolfenbütteler Busunternehmen Joseph Schmidt.
Quelle: Gemeinde Sickte (Hrsg.): 1100 Jahre Sickte, Wolfenbüttel 1988, S. 340-342